Psychische Erkrankungen betreffen die ganze Familie

Wenn Eltern psychisch erkranken, wirkt sich das auf ihre Kinder aus. Sie können die veränderten Verhaltensweisen ihrer Eltern nicht immer einordnen. Es kann Zeiten geben, in denen die Eltern die Bedürfnisse ihrer Kinder nicht wahrnehmen und sie nicht ausreichend versorgen können. Dann übernehmen die Kinder oftmals die Verantwortung für den familiären Alltag.

Die Erkrankungen wirken sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise aus. Deswegen erleben auch die Kinder sehr vielfältige Belastungen. Häufig entwickeln sie Verhaltensauffälligkeiten oder erkranken selbst.

Deutschlandweit wachsen ca. 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche mit einem psychisch erkrankten Elternteil auf. Die betroffenen Familien sind ganz besonders auf Hilfen angewiesen, die sich an ihrem individuellen Bedarf orientieren.

Wir vermitteln Kindern psychisch erkrankter Eltern ehrenamtliche Painnen*Paten. Eine Patenschaft kann dabei helfen, die besondere Situation zuhause besser zu bewältigen. Patinnen*Paten können als zusätzliche Bezugspersonen ein wichtiger Schutzfaktor für eine gesunde Entwicklung der Kinder sein. Das ist durch die Resilienzforschung gut belegt.
Wir stiften Patenschaften ab Geburt an. Unsere Patenschaften sind auf Dauer angelegt und werden von uns bis zur Volljährigkeit der Kinder fachlich begleitet.

Die ehrenamtlichen Patinnen*Paten werden von uns ausgewählt und geschult. Sie treffen sich mindestens einmal in der Woche mit ihrem Patenkind bei sich zuhause oder unternehmen etwas mit ihm. Einmal im Monat ermöglichen sie ihrem Patenkind eine Übernachtung bei sich zuhause. In Krisenzeiten der Eltern geben sie ihrem Patenkind auch ein Zuhause auf Zeit. Die Patinnen*Paten sind dazu bereit, ihr Patenkind bis zu acht Wochen bei sich zu Hause aufzunehmen. Damit wird eine Fremdunterbringung des Kindes durch das Jugendamt vermieden und das Kind verbleibt in vertrauter Umgebung. Bereits die Gewissheit der geregelten Versorgung des Kindes im Krankheitsfall hat positive Auswirkungen auf den Genesungsprozess der Eltern.

In erster Linie aber gestalten die Patinnen*Paten gemeinsame unbeschwerte, fröhliche Momente. Unsere Ehrenamtliche geben ihrem Patenkind einen Einblick in ihren Alltag und in ihre Lebenswelt. Sie sind eine Vertrauensperson für ihr Patenkind und sie entlasten die Eltern bei der Kinderbetreuung.

„Ich sehe mein Patenkind aufwachsen und kann sie dabei unterstützen ihren eigenen Weg zu gehen. Wir lachen viel zusammen. Sie erzählt mir aber auch von ihrem Kummer. Dass sie mir nach zwei Jahren Patenschaft so vertraut, macht mich schon auch stolz. Dass die Patenschaft so gut läuft liegt auch daran, dass meine Beziehung zu Majas Mutter gut funktioniert. Sie sagt oft, dass Sie sich durch mich unterstützt fühlt. Es gibt jetzt einfach noch jemanden, dem es wichtig ist, dass Maja glücklich ist. Das verbindet uns beide."